Deye-HomeMonitor unterwegs per VPN nutzen
Deye-HomeMonitor liest die Daten direkt vom WLAN-Logger des Wechselrichters in Ihrem Heimnetz – ohne Cloud und ohne Herstellerkonto. Unterwegs (im Büro, im Urlaub) sieht die App den Logger deshalb nicht. Diese Anleitung zeigt, wie Sie ihn sicher über ein VPN am eigenen Router erreichen: zuerst WireGuard, dann OpenVPN. An der App und am Wechselrichter ändert sich nichts.
Was Sie benötigen
- Einen Router mit VPN-Server. Das können die meisten besseren Router: Asus, Fritz!Box, Mikrotik, Ubiquiti/UniFi, OpenWrt, TP-Link (Omada und neuere Heimmodelle), Synology. Wir empfehlen WireGuard – schnell, einfach, das Handy verbindet sich in einer Sekunde. Bietet der Router nur OpenVPN, nehmen Sie in den Schritten 3 und 4 die Variante B; sie funktioniert genauso gut, der Verbindungsaufbau dauert nur etwas länger.
- Eine öffentliche IP-Adresse am Router. Vergleichen Sie die „WAN-IP“ in der
Router-Oberfläche mit der Adresse, die z. B.
whatismyip.comanzeigt. Stimmen sie überein, haben Sie eine öffentliche IP. Zeigt der Router etwas wie100.64.x.xoder10.x.x.x, sind Sie hinter dem CGNAT Ihres Anbieters – gehen Sie zu Schritt 6. - Eine VPN-App auf dem Gerät, auf dem Deye-HomeMonitor läuft: WireGuard oder OpenVPN Connect. Beide sind für Android und Windows kostenlos.
In den Beispielen unten hat das Heimnetz den Bereich 192.168.1.0/24 und
der Logger die Adresse 192.168.1.50. Ersetzen Sie sie durch Ihre Werte.
Vorgehen
Geben Sie dem Logger eine feste IP-Adresse (DHCP-Reservierung)
Öffnen Sie im Router die Liste der verbundenen Geräte, suchen Sie den Logger des
Wechselrichters und reservieren Sie ihm eine Adresse, zum Beispiel
192.168.1.50. Ohne Reservierung kann sich die IP nach einem
Router-Neustart ändern, und die App findet den Logger von außen nicht.
Dieselbe Adresse muss in der App unter Einstellungen → Verbindung → IP-Adresse / Host des Loggers stehen. Kennen Sie sie noch nicht, findet sie zu Hause die Schaltfläche Logger suchen.
Aktivieren Sie DDNS, falls sich Ihre öffentliche IP ändert
Die meisten Heimanschlüsse haben eine öffentliche IP, die sich gelegentlich
ändert. Damit das VPN Ihren Router immer findet, aktivieren Sie dessen
eingebauten DDNS-Client – der Router meldet dann seine aktuelle IP
unter einem festen Namen, z. B. meinhaus.ddns.net. Dienste:
DuckDNS (kostenlos), no-ip.com (kostenlos, der Hostname muss alle
30 Tage per E-Mail bestätigt werden) oder das DDNS des Router-Herstellers
(Asus DDNS, MyFRITZ!, Mikrotik Cloud, Synology DDNS).
DDNS löst nur die Frage, wie man den Router von außen erreicht. Es öffnet und schützt nichts – nutzen Sie es ausschließlich als Adresse für das VPN. Haben Sie von Ihrem Anbieter eine statische öffentliche IP, überspringen Sie diesen Schritt.
Aktivieren Sie den VPN-Server am Router
A – WireGuard (empfohlen)
Sie finden ihn typischerweise hier:
- Asus: VPN → VPN-Server → WireGuard
- Fritz!Box: Internet → Freigaben → VPN (WireGuard)
- Mikrotik (RouterOS 7): WireGuard
- UniFi: Settings → VPN → VPN Server → WireGuard
- TP-Link: Erweitert → VPN-Server → WireGuard (neuere Modelle)
- OpenWrt: Paket
luci-proto-wireguard
Schalten Sie den Server ein und fügen Sie einen Client (Peer) hinzu – für
jedes Gerät einen eigenen (Handy, Notebook), damit Sie ein verlorenes Gerät
einzeln sperren können. Der Router erzeugt die Schlüssel und bietet einen
QR-Code (für das Handy) sowie eine Konfigurationsdatei
.conf (für Windows) an. Die Client-Konfiguration sieht so aus:
[Interface]
PrivateKey = (privater Schlüssel des Geräts)
Address = 10.6.0.2/32
[Peer]
PublicKey = (öffentlicher Schlüssel des Routers)
Endpoint = meinhaus.ddns.net:51820
AllowedIPs = 192.168.1.0/24
PersistentKeepalive = 25
Endpoint– Ihr DDNS-Name aus Schritt 2 (oder die statische IP) und der Port des Servers. Manche Router tragen hier die aktuelle IP ein – ersetzen Sie sie durch den DDNS-Namen.AllowedIPs– was durch den Tunnel läuft. Mit dem Bereich des Heimnetzes (192.168.1.0/24) geht nur der Verkehr nach Hause über das VPN, das übrige Internet läuft normal weiter. Der Wert0.0.0.0/0schickt alles über Ihr Zuhause – das funktioniert auch, ist nur langsamer.PersistentKeepalive = 25– hält die Verbindung im Mobilfunknetz aufrecht.
Der Router öffnet für das VPN einen UDP-Port (typisch 51820). Das ist der einzige Port, der aus dem Internet erreichbar sein soll.
B – OpenVPN
Sie finden ihn typischerweise hier:
- Asus: VPN → VPN-Server → OpenVPN
- TP-Link: Erweitert → VPN-Server → OpenVPN
- Synology: Paket VPN Server → OpenVPN
- OpenWrt: Paket
luci-app-openvpn - Mikrotik: PPP → OVPN Server (Zertifikate müssen von Hand erstellt werden – für Fortgeschrittene)
- Schalten Sie den Server ein und lassen Sie den Router ein Zertifikat erzeugen. Protokoll UDP, Port 1194 beibehalten.
- Stellen Sie den Client-Zugriff auf das Heimnetz (Asus: „Nur lokales Netzwerk“ oder „Beide“; TP-Link: „Nur Heimnetz“). Sonst verbindet sich das VPN, aber Sie sehen den Logger nicht.
- Falls der Router es anbietet, legen Sie einen VPN-Benutzer mit Namen und starkem Passwort an.
- Exportieren Sie die Konfigurationsdatei
.ovpn(„Exportieren“ / „OpenVPN-Konfigurationsdatei exportieren“).
Öffnen Sie die Datei in einem Texteditor und prüfen Sie diese Zeilen:
client
dev tun
proto udp
remote meinhaus.ddns.net 1194
auth-user-pass
remote– muss Ihren DDNS-Namen aus Schritt 2 enthalten. TP-Link trägt dort die aktuelle IP ein und Synology den TextYOUR_SERVER_IP– ersetzen Sie das.auth-user-pass– beim Verbinden geben Sie Namen und Passwort des VPN-Benutzers ein.- Was durch den Tunnel läuft, bestimmt bei OpenVPN der Server (die Option „Heimnetz“ oben), nicht die Datei auf dem Gerät.
Aus dem Internet soll nur dieser eine Port (UDP 1194) erreichbar sein.
Blockiert ein Netz (Hotel, Firma) UDP, stellen Sie den Server auf TCP um
und exportieren Sie die .ovpn-Datei erneut.
Verbinden Sie Handy, Tablet oder Computer
A – WireGuard
- Android: tippen Sie in der WireGuard-App auf + → Von QR-Code scannen, scannen Sie den Code vom Router und schalten Sie den Tunnel ein.
- Windows: installieren Sie WireGuard von
wireguard.com, wählen Sie Tunnel aus Datei importieren, wählen Sie die.conf-Datei vom Router und klicken Sie auf Aktivieren.
B – OpenVPN
- Android: bringen Sie die
.ovpn-Datei auf das Handy (per Kabel oder über Ihre eigene Cloud). Wählen Sie in der App OpenVPN Connect Import Profile → Upload File, wählen Sie die Datei, geben Sie Namen und Passwort des VPN-Benutzers ein und verbinden Sie sich. - Windows: in OpenVPN Connect ebenso Import Profile → Upload File.
Die Dateien .conf und .ovpn sind der Schlüssel zu Ihrem
Heimnetz – geben Sie sie niemandem weiter und löschen Sie sie nach dem Import
aus E-Mails und aus dem Download-Ordner.
Öffnen Sie Deye-HomeMonitor
Testen Sie es über mobile Daten (nicht im heimischen WLAN): VPN einschalten und die App öffnen. Das Dashboard geht wie zu Hause auf Online – mit derselben IP-Adresse des Loggers, es muss nichts umgestellt werden.
Wettervorhersage, Strompreise, Lizenzprüfung und Updates laufen über das Internet und funktionieren mit und ohne VPN.
Hinter CGNAT oder Router ohne VPN: Tailscale
Ohne öffentliche IP funktioniert ein VPN-Server am Router nicht. Die Lösung ist
Tailscale – ein auf WireGuard aufbauendes VPN, für den privaten Gebrauch
kostenlos, das weder eine öffentliche IP noch einen offenen Port braucht.
Installieren Sie es auf einem Gerät, das zu Hause immer läuft (Raspberry Pi,
NAS, Heimserver), aktivieren Sie dort einen Subnet-Router für Ihr Netz
192.168.1.0/24 und geben Sie die Route in der Tailscale-Verwaltung
frei. Melden Sie sich am Handy oder Computer mit demselben Konto bei Tailscale
an – Deye-HomeMonitor funktioniert dann mit derselben Logger-IP wie zu Hause.
Was Sie nicht tun sollten
- Portweiterleitung auf den Logger (Port 80, 8899, 502 oder irgendeinen anderen auf die IP des Loggers) – der Wechselrichter wäre für das ganze Internet erreichbar.
- DMZ auf den Logger – dasselbe, nur mit allen Ports auf einmal.
- UPnP – schalten Sie es am Router aus, damit kein anderes Gerät selbst Ports öffnet.
- Lassen Sie am Logger nicht das Werkspasswort admin/admin. Ändern Sie es auf der Weboberfläche des Loggers und tragen Sie das neue in der App unter Einstellungen → Verbindung ein.
Fehlerbehebung
- Das VPN ist verbunden, aber die App ist Offline: prüfen Sie, ob der Client
ins Heimnetz darf (WireGuard:
AllowedIPs; OpenVPN: „Heimnetz“ am Server) und ob in den Einstellungen die richtige Logger-IP steht. - Über mobile Daten geht es, in einem fremden WLAN nicht: das fremde Netz
hat vermutlich denselben Bereich wie Ihr Heimnetz (z. B. beide
192.168.1.x), und das Gerät sucht den Logger dort. Es hilft, das Heimnetz auf einen weniger verbreiteten Bereich umzustellen, etwa192.168.57.x. - Das VPN verbindet sich gar nicht: prüfen Sie, ob der DDNS-Name auf die aktuelle WAN-IP des Routers zeigt, und testen Sie über mobile Daten – aus dem heimischen WLAN können sich viele Router nicht mit ihrer eigenen öffentlichen IP verbinden.
- Zu Hause geht es, von außen nicht, und die WAN-IP ist 100.64.x.x: Sie sind hinter CGNAT – nutzen Sie Schritt 6 oder bitten Sie Ihren Anbieter um eine öffentliche IP.
- Android trennt das VPN nach einiger Zeit: schalten Sie für die VPN-App die Akku-Optimierung aus (Einstellungen → Apps → WireGuard / OpenVPN → Akku → Nicht eingeschränkt).
Die Menünamen der Router unterscheiden sich je nach Modell und Firmware-Version – verstehen Sie sie als Orientierung. WireGuard, OpenVPN und Tailscale sind Marken der jeweiligen Inhaber.